Was können wir 2019 in der Smart Kitchen erwarten

Die intelligente Mikrowelle ist auf dem Vormarsch

Mikrowellen wie wir sie heutzutage kennen, sind die am wenigstens veränderten Küchengeräte seit 50 Jahren. Dabei sind die Kochergebnisse in der Regel nicht wirklich überzeugend und das User Interface lässt bei den meisten Geräten stark zu wünschen übrig.

Doch dieses Jahr gibt es verschiedene Ansätze von Unternehmen diesen Sektor zu revolutionieren. Unternehmen wie Markov verwenden zum Beispiel künstliche Intelligenz, um gezielt den Wärmeeintrag mittels Mikrowellen im Gargut zu überwachen und somit die perfekte Garzeit zu gewährleisten. Andere große Hersteller wie die BSH untersuchen mit Kameras den Garzustand der Lebensmittel und wollen dann dynamisch die Heizleistung und Zeit anpassen. Conagra versucht hingegen intelligente Heizalgorithmen für verschiedene Tiefkühlprodukte zu entwickeln. Miele hat schon im Jahr 2017 auf der IFA ihren RF-Ofen vorgestellt, der gezielt mittels Mikrowellen einen Wärmeeintrag in das ausgewählte Lebensmittel geben konnte. All diese Beispiele deuten daraufhin, dass dieses Jahr einige Produktneuheiten zu erwarten sind. Und langfristig könnte das zur Ablösung der klassischen Mikrowelle führen.

Die großen Ofen Hersteller intensivieren ihre Bemühungen im Smart Ofen Bereich

Wenn man heutzutage eine Küche in Deutschland plant, dann hat man bei seinem Küchenplaner in der Regel eine Auswahl an verschiedenen Backöfen, jedoch unterscheiden diese sich nicht wirklich von den Geräten von vor 10-15 Jahren. (Bis auf ein paar Ausnahmen) Doch die gute Nachricht ist, das wird sich bald ändern.

Motiviert durch die vielen kleineren Backofenlösungen wie der June (2015), Tavola(2017) oder Brava (2018) Öfen wird es 2019 hoffentlich soweit sein. Die großen Backofenhersteller haben alle in Forschung und Entwicklung investiert und wenn man von einem Entwicklungszyklus von 3-5 Jahren ausgeht, dann ist 2019 das Jahr in dem wir einige Neuheiten sehen könnten, bei denen mehr als nur ein Wi-Fi-Modul integriert ist. Und es sind nicht nur Backöfen. Die Integration der Hestan Cue-Technologie von GE ist ein Zeichen dafür, dass das Herdplattenkochen 2019 noch besser und intelligenter wird.

Next-Gen-Schnittstellen sind mehr als nur Sprache

Irgendwann im vergangenen Jahr überquerten Sprachassistenten die Kluft von der Zukunft zum Normalen. Selbst meine Freundin habe ich mittlerweile von der Sprachsteuerung für Beleuchtung überzeugen können. Doch die Möglichkeiten von Sprachsteuerung ist noch nicht im Ansatz ausgeschöpft, in der Küche können Sprachassistenten ein großen Mehrwert für den Kunden generieren, insbesondere wenn einzelne Rezeptschritte erklärt werden oder Funktionen einer Küchenmaschine direkt über einen Sprachbefehl ausgeführt werden können. Auch projizierte Touchscreen Oberflächen können potentielle Änderungen sein wie zum Beispiel PAI von BSH letztes Jahr auf der IFA vorgestellt.

Küchencomputer sind schon da

Vor einigen Jahren wurde ein geheimes Amazon-Projekt bekannt, in dem der E-Commerce-Riese von Seattle angeblich einen „Küchencomputer“ baute. Obwohl das Unternehmen nie ein Produkt herausgebracht hat, das als „Küchencomputer“ bezeichnet wurde, habe ich immer vermutet, dass der Echo-Show das Ergebnis dieser geheimen Bemühungen war und einfach so hätte heißen können.

Jetzt, nur ein paar Jahre später, ist das sprachgesteuerte Smart Display eines der größten Schlachtfelder für Techniker wie Amazon, Google und sogar Facebook, um einen Platz auf unseren Küchentischen zu ergattern. Da es sich bei diesen Geräten um Trojaner handelt, die für den Handel und den Verkauf von Dienstleistungen in Privathaushalten bestimmt sind, betrachten diese Unternehmen die Küche als den begehrtesten Standort für diese Geräte. Ich gehe davon aus, dass diese Unternehmen im Jahr 2019 weiterhin in lebensmittel- und kochzentrierte Anwendungen investieren und ihre Partnerschaften (wie Googles Zusammenarbeit mit Innit) intensivieren werden, um diese Funktionen weiter auszubauen.

Food-Driven Revenue Models rücken weiter in den Fokus

Während sich das Appliance-Geschäft in der Vergangenheit auf den Verkauf von Hardware  konzentriert hat, wird 2019 das Jahr sein, in dem viele Appliance-Marken ihre Geschäftsmodelle anpassen, und viele weitere Services anbieten werden, um noch intensiver Kunden binden und begeistern zu können. Dieser Trend ist wichtig, da eine langfristige Bindung an die Marke und deren Services einen kontinuierlichen Einkommensfluss ermöglicht, der nicht abhängig vom Verkauf eines einzelnen Produktes ist, sondern vielmehr die Plattform den Mehrwert für einen Kunden bietet

Alles in allem bleibt das letzte Halbjahr ein spannend insbesondere auf der IFA 2019 kann mit weiteren Technologie Innovationen gerechnet werden.